Nach feierlicher Freigabe der A1: Widerstand gegen zweite neue Leverkusener Brücke

Initiative fordert statdessen: Aus- und Umbau des Autobahnkreuzes

Darauf haben tausende von Nutzerinnen und Nutzer der Leverkusener Brücke (A1 bei der BayArena) rund zehn Jahre lang gewartet: Am Sonntag, 4. Februar 2024, wurde der erste Neubau freigegeben. Seitdem fließt der Verkehr wieder ohne Beschränkungen – auch die LKW.

Doch neben der Freude gibt auch Unmut. So demonstrierte am Rande der Eröffnungsfeier die Initiative „Parents for Future“ gegen das „ungebremste Verkehrswachstum“ und die Umweltfolgen des weiteren Ausbaus. Denn neben der neuen Brücke soll nun auch eine zweite gebaut werden, damit dem Verkehr – voraussichtlich ab Ende 2027 – sechs Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung stehen.

 

Doch die „Parents for Future“ sind nicht die einzigen, die dem Projekt argwöhnisch gegenüber stehen.

 

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So gibt es bereits seit längerem das Ratsbündnis „Keinen Meter mehr!“, bestehend aus den Fraktionen von CDU, SPD, Grüne, FDP, Opladen Plus und der Einzelvertreterin Gisela Kronenberg. Und diese ungewöhnliche Koalition meldet sich nun aus gegebenem Anlass erneut zu Wort…

 

„A1 und A3 nicht noch breiter machen“

„Die Brückensperrung sowie die veraltete Verkehrsführung Kreuz Leverkusen haben sich in den letzten zwölf Jahren als Stauverursacher und Nadelöhr erwiesen“, erklärt das Bündnis. „Unser Ratsbündnis richtet sich deswegen auch nicht gegen dessen Neu- und Umbau. Wir treten jedoch vehement gegen die zurzeit noch geplante Ausbaubreite der A1 und der A3 in Leverkusen (auch das ist ein strittiges Thema) ein. Eine doppelt so breite Stelzenautobahn und eine bis zu 78 Meter breite A3 darf es in Leverkusen nicht geben.“

 

Die neue Rheinbrücke werde zwar die Verkehrsinfrastruktur entlasten. Das Ratsbündnis ist aber davon überzeugt, „dass zur weiteren Verbesserung der Verkehrssituation lediglich der Aus- bzw. Umbau des Leverkusener Kreuzes als abgewandelte Windmühle mit drei Ebenen, sowie die neuen Rheinbrücken notwendig sind“, heißt es weiter. „Durch ein neues Autobahnkreuz kann die Verteilung der Verkehre besser gewährleistet und somit Staus vermieden werden.“

 

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Die Ratsfraktionen hatten bereits ein „deutliches Signal“ an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und die Autobahn GmbH gesendet, sowie eine Onlinepetition organisiert.

„In den Gesprächen wurde eine fortlaufende Gesprächsbereitschaft seitens des Bundes und der Autobahn GmbH mit der Stadt Leverkusen und dem Ratsbündnis signalisiert und eine Bedarfsüberplanung angekündigt, welche bis Mitte 2024 vorliegen soll“, sagt das Bündnis zum aktuellen Stand. „Wir warten gespannt auf diese Ergebnisse. Die Neubetrachtung wird zeigen, dass der geplante Ausbau der Autobahnen in Leverkusen nicht mehr notwendig ist, wenn die Rheinquerung wieder funktioniert und wenn durch das ertüchtigte Leverkusener Kreuz die Kapazität verbessert wird. Wir sind uns einig: Wir werden nicht zulassen, dass Verkehrsplanungen, die unser Stadtgebiet betreffen, zukünftig ohne uns gemacht werden!“

 

Bericht: Achim Kaemmerer
Fotos: anzeiger24.de / Bündnis „Keinen Meter mehr!“/Stadtmarketing Leverkusen

 


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