Abrechnungsbetrug und Geldwäsche im Gesundheitswesen: Landesweite Durchsuchung – auch im Kreis Mettmann

Haftbefehl und Vermögensarreste in Millionenhöhe vollstreckt – und die Ermittler fanden noch mehr

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal sowie rund 200 Kräfte der Polizei und des Hauptzollamtes Düsseldorf und des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW haben am Donnerstag, 17. September 2026, in Hessen und NRW diverse Wohnungen durchsucht – darunter auch in Monheim und Mettmann sowie in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Hürth und Kelsterbach.

Nach anonymen Anzeigen wurde wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen, Geldwäsche sowie Steuerdelikte und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt ermittelt.

 

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Pflegeleistungen nicht erbracht, aber trotzdem kassiert

Bei den Beschuldigten handelt es sich um türkische, marokkanische, ägyptische und deutsche Staatsangehörige, teils mit doppelter Staatsangehörigkeit, im Alter zwischen 20 und 54 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinschaftlich und gewerbsmäßig Leistungen für ambulante Intensivpflege gegenüber Krankenkassen abgerechnet zu haben, ohne dass diese tatsächlich oder vollumfänglich erbracht worden sind. Zudem sollen Leistungen nicht abrechnungsfähig gewesen sein, da diese durch nicht ausreichend qualifiziertes Personal erbracht worden sein sollen.

Die Gesamtschadenshöhe liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand bei rund 11 Millionen Euro.

 

Bei der Razzia wurde ein Haftbefehl gegen eine 39 Jahre alte türkische Staatsangehörige vollstreckt. Gegen ihren 44-jährigen deutschen Ehemann konnte der bereits bestehende Tatverdacht erhärtet und ein Haftbefehl beantragt werden. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt.

 

5,9 Millionen Euro in Kfz, Gold und Bargeld entdeckt

Zudem wurden Vermögenswerte in Höhe von 5,9 Millionen Euro arrestiert, darunter:

  • mehrere hochwertige Kraftfahrzeuge der Marken Maybach, Mercedes AMG und Lamborghini,
  • Bargeld in Höhe von etwa 51.000 Euro,
  • Gold im Wert von circa 10.000 Euro,
  • Schmuck im Wert von etwa 265.000 Euro,
  • hochpreisige Taschen im Wert von circa 16.000 Euro und hochpreisige Uhren im Wert von insgesamt etwa 140.000 Euro.

 

Weiterhin wurden Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro in die Grundbücher der Immobilien der Beschuldigten eingetragen.

Darüber hinaus fanden die Beamten bei den Hauptbeschuldigten in Mettmann eine scharfe Schusswaffe mit Munition, Betäubungsmittel (Marihuana) und Anabolika.

 

Pflegebedürftiges Kind und illegale Migrantin aufgefunden

Das war aber noch nicht alles: In einer Wohnung in Düsseldorf wurde ein pflegebedürftiges Kind angetroffen, welches sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand befand. Es wurde umgehend der Rettungsdienst angefordert. Das Kind kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Kinderschutzbund und das Jugendamt wurden informiert.

 

In einem anderen Objekt wurde zudem eine 54 Jahre alte Frau mit georgischer Staatsangehörigkeit angetroffen, die sich illegal in Deutschland aufhält und arbeitet. Sie wurde festgenommen.

 

Quelle/Fotos: Staatsanwaltschaft Wuppertal / Polizei Düsseldorf (kyn)
bearb: KA

 

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