Zwei Anträge (Die Linke) für mehr Katzenschutz in Monheim zurückgezogen

Kastrationspflicht und städtische Hilfsmaßnahmen kommen nicht

Der Monheimer Rat hat sich auf seiner letzten Sitzung ausführlich mit dem Schutz freilebender Katzen beschäftigt. Das geht aus dem Protokoll der Ratssitzung hervor. Nach einer rund 20-minütigen Diskussion wurden jedoch beide vorliegenden Anträge von Pia Kops (Die Linke) zurückgezogen. Eine Entscheidung über eine Katzenschutzverordnung oder zusätzliche städtische Hilfsmaßnahmen wurde damit nicht getroffen.

Die Anträge verfolgten zwei unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze. Zum einen sollte die Verwaltung eine verbindliche Katzenschutzverordnung ausarbeiten. Zum anderen sollte sie prüfen, mit welchen konkreten Maßnahmen die Stadt freilebende Katzen unterstützen könnte und welche Kosten dabei entstehen würden.

Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gefordert

Der erste Antrag zielte auf eine Katzenschutzverordnung nach Paragraf 13b des Tierschutzgesetzes. Katzen mit unkontrolliertem Freigang sollten danach grundsätzlich kastriert werden. Außerdem war vorgesehen, die Tiere durch einen Mikrochip oder eine Tätowierung zu kennzeichnen und in einem Haustierregister erfassen zu lassen.

Ordnungsamt und Veterinäramt sollten die Einhaltung kontrollieren. Als mögliches Vorbild war den Unterlagen die seit 2018 geltende Kölner Katzenschutzverordnung beigefügt. Diese sieht unter anderem vor, dass fortpflanzungsfähige Katzen keinen unkontrollierten Freigang erhalten dürfen. Verstöße können dort mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

 

Herringslack-M-nkner

 

Tierschützer laut Antrag stark belastet

Begründet wurde die Initiative mit der unkontrollierten Vermehrung freilebender Katzen. Viele Tiere litten unter Hunger, Krankheiten und Verletzungen. Zugleich seien ehrenamtliche Tierschützer bei der Betreuung von Futterstellen und bei der gesundheitlichen Versorgung zunehmend überlastet.

Auch das Tierheim Hilden, das Fundtiere aus Monheim aufnimmt, werde dadurch beansprucht. Zudem verwies der Antrag auf eine Petition für eine Kastrationspflicht, die zum Zeitpunkt der Antragstellung nach Angaben der Initiatorin 2.153 Unterstützer hatte.

Belastbare Angaben darüber, wie viele freilebende Katzen es aktuell in Monheim gibt, wie sich deren Zahl entwickelt hat und wie viele Tiere jährlich im Tierheim aufgenommen werden, enthielten die Unterlagen allerdings nicht.

Zweiter Antrag sollte Kosten klären

Mit dem zweiten Antrag sollte die Stadtverwaltung zunächst mögliche Maßnahmen und deren finanzielle Folgen ermitteln. Genannt wurden unter anderem:

  • die Kastration von Straßenkatzen,
  • deren medizinische Versorgung und Kennzeichnung,
  • sowie Informationsangebote für Katzenhalter.

Die Ergebnisse sollten dem Rat als Entscheidungsgrundlage dienen. Anschließend hätte darüber beraten werden können, ob für solche Maßnahmen Geld in kommenden Haushaltsjahren bereitgestellt wird.

Nach 20 Minuten Diskussion ohne Ergebnis beendet

Nach der rund 20-minütigen Beratung wurden schließlich beide Anträge zurückgezogen. Damit gibt es zunächst weder den Auftrag zur Ausarbeitung einer Katzenschutzverordnung noch eine Prüfung konkreter Hilfsmaßnahmen und ihrer Kosten.

Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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