
Wer regelmäßig über die Sandstraße in Baumberg fährt oder dort wohnt, kennt die Situation: Wird es eng, müssen Autofahrer häufig ausweichen. Gerade zu Stoßzeiten sorgt zusätzlicher Verkehr immer wieder für Diskussionen.
Jetzt fordert die AfD-Fraktion, die Verkehrsführung in dem Wohngebiet zu ändern. Konkret soll geprüft werden, ob die Sandstraße zwischen dem Kreisverkehr an der Monheimer Straße und den Einkaufsmärkten zur Einbahnstraße werden kann. Gleichzeitig soll die parallel verlaufende Straße „Am Sportplatz“ in der entgegengesetzten Richtung freigegeben werden. Über den Antrag berät der Ausschuss für Ordnung, öffentliche Angelegenheiten und Verkehr am 23. Juni.
Warum die AfD Handlungsbedarf sieht
Nach Ansicht der Fraktion ist die Sandstraße für das heutige Verkehrsaufkommen zu schmal. Die Fahrbahn sei stellenweise weniger als vier Meter breit. Begegnen sich zwei Fahrzeuge, müssten Autofahrer häufig auf Parkflächen oder die markierten Randbereiche ausweichen. Dabei komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und zu Schäden an Fahrzeugen.
Hinzu komme, dass die Straße nach Beobachtungen von Anwohnern zunehmend als Ausweichroute genutzt werde – unter anderem wegen der Bauarbeiten rund um die A59. Zu Spitzenzeiten seien auf der Sandstraße bis zu 200 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs. Auch die Fahrbahn aus Verbundpflaster leide unter der zusätzlichen Belastung. Erste Schäden seien bereits sichtbar.
Die AfD erhofft sich von einer Einbahnstraßenregelung mehr Sicherheit für Fußgänger, weniger Durchgangsverkehr und eine Entlastung der Anwohner.
Die Stadt sieht den Rat nicht in der Verantwortung
Die Stadtverwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen – allerdings nicht, weil sie die Sorgen der Anwohner grundsätzlich zurückweist.
Der Grund ist ein formaler: Über Einbahnstraßen und andere Verkehrsregeln entscheidet nicht der Stadtrat, sondern die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Grundlage dafür ist Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung.
Die Behörde muss bei ihren Entscheidungen verschiedene Aspekte abwägen, darunter Verkehrssicherheit, Verhältnismäßigkeit und die Auswirkungen auf das gesamte Straßennetz. Politische Beschlüsse allein reichen dafür nicht aus.
Das Thema wird bereits untersucht
Ganz neu ist die Diskussion um die Sandstraße allerdings nicht.
Bereits bei den Haushaltsberatungen für 2026 hatten Bürger auf die Situation aufmerksam gemacht. Die Stadt wurde daraufhin beauftragt, gemeinsam mit den Anwohnern nach Lösungen zu suchen. Dabei sollen verschiedene Möglichkeiten geprüft werden – ausdrücklich auch eine mögliche Sperrung der Straße. Über die Ergebnisse will die Verwaltung den zuständigen Ausschuss informieren, sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Der aktuelle Antrag der AfD greift damit ein Thema auf, mit dem sich die Stadt bereits beschäftigt.
Sandstraße wurde schon einmal umgebaut
Die Sandstraße wurde bereits vor einigen Jahren umgestaltet, um den Verkehr zu beruhigen und die Sicherheit im Wohngebiet zu erhöhen. Dazu gehören unter anderem Pflanzkübel, Fahrbahnverengungen und der Kreisverkehr an der Monheimer Straße.
Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass die Straße als schnelle Abkürzung genutzt wird. Gleichzeitig sorgen sie aber auch immer wieder für Kritik, wenn sich Fahrzeuge nur schwer begegnen können.
Genau dieser Zielkonflikt steht nun erneut im Mittelpunkt: Wie lässt sich der Verkehr in einem Wohngebiet so lenken, dass Anwohner entlastet werden, ohne neue Probleme zu schaffen?
Eine Entscheidung über den Antrag fällt der Ausschuss für Ordnung, öffentliche Angelegenheiten und Verkehr am 23. Juni. Unabhängig davon will die Stadt ihre bereits laufende Prüfung fortsetzen.
Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de/
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