
Monheim als Austragungsort olympischer Skateboard-Wettbewerbe: Was vor einigen Jahren wie eine kühne Idee klang, wäre beihnahe Wirklichkeit geworden. Der frühere Bürgermeister Daniel Zimmermann und die damalige PETO-Mehrheit wollten am Kielsgraben einen Skatepark von internationalem Format bauen lassen. Nun hat der Deutsche Olympische Sportbund München für die deutsche Bewerbung ausgewählt. Für Monheim ist damit die Aussicht auf Olympia-Wettbewerbe im Rahmen des Konzepts KölnRheinRuhr vorerst dahin.
Eine große Idee mit hohem Preis
Der damalige Monheimer Rat beschloss im Mai 2024, die Anlage samt Funktionsgebäude umzusetzen. Der Park sollte Freizeitsportlern offenstehen und zugleich Wettkämpfe nach internationalen Maßstäben ermöglichen. Zimmermanns Vision ging damit weit über einen gewöhnlichen Skateplatz hinaus: Monheim hätte sich als Standort für den Spitzensport präsentieren können – im größten denkbaren Fall sogar bei Olympischen Spielen. Zugleich stand das Vorhaben wegen seiner Größe und Kosten allerdings auch in der Kritik.
Die Stadt bezifferte die Gesamtkosten für Planung und Bau Ende 2025 auf rund 12,45 Millionen Euro. Darin enthalten waren etwa 6,72 Millionen Euro für Skateflächen und Außenanlagen sowie Kosten für ein Funktionsgebäude und eine Lärmschutzanlage. Je nach Betriebsmodell rechnete die Verwaltung zusätzlich mit jährlichen Ausgaben von ungefähr 100.000 bis 274.000 Euro.
Der Rat hatte die Entscheidung vertagt
Nach dem politischen Wechsel in Monheim stoppte der neue Rat das Projekt vorläufig. Bürgermeisterin Sonja Wienecke erklärte, zunächst solle die Entscheidung über den deutschen Olympia-Bewerber abgewartet werden. Über die Realisierung sollte erst danach erneut im Stadtrat beraten werden.
Mit Münchens Auswahl fällt nun das stärkste Argument für die olympischen Dimensionen am Kielsgraben weg. Monheim kann auf weitere Millioneninvestitionen verzichten, wenn der Rat den bisherigen Baubeschluss aufhebt oder das Vorhaben neu plant. Eine Ersparnis in Höhe der gesamten 12,45 Millionen Euro wäre allerdings eine falsche Rechnung: Planungskosten sind bereits angefallen, Aufträge wurden vergeben, und bei einer Beendigung können weitere Zahlungen fällig werden. Die Verwaltung hatte die Belastung bei einem vollständigen Stopp zum Stand Ende 2025 auf mindestens 1,5 Millionen Euro geschätzt. Was ein Beschluss heute kosten würde, müsste neu ermittelt werden.
Zimmermanns Idee hätte Monheim auf eine internationale Bühne bringen können. Ob eine Anlage dieser Größe auch ohne Olympia durch regelmäßigen Sportbetrieb und andere Wettbewerbe gerechtfertigt wäre, ist eine andere Frage. Die Stadt hatte dafür verschiedene Nutzungen aufgezeigt. Jetzt liegt es am Rat, zu entscheiden, welches Skateangebot Monheim braucht und bezahlen kann.
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de/
Weitere News aus Deiner Stadt gibt es hier
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an presse@anzeiger24.de
oder als Kommentar bei Facebook. Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an monheim@anzeiger24.de.
Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
