Narren erstürmen Rathaus

Karnevalisten und städtische Bedienstete feiern gemeinsam

Nach drei Jahren wurde am Altweiber-Donnerstag endlich wieder das Monheimer Rathaus erstürmt. Die Erleichterung darüber, dass das wieder möglich war, war Siegern und Besiegten dabei gleichermaßen anzumerken. Erst eindeutig nach 9.11 Uhr gelang es dem mit drei Jahren Amtszeit am längsten regierenden Monheimer Prinz Jürgen und seiner Prinzessin Elfi mit ihren Gardisten und Kinderprinzessin Sarah durch die Rathauspforte zu brechen.

 

Amtsschlüssel übergeben

Auch Bürgermeister Daniel Zimmermann schien beinahe erleichtert, die Amtsschlüssel mal wieder für ein paar jecke Tage abgeben zu dürfen. Angelehnt an das Motto des diesjährigen Stadtfests vom 16. bis 18. Juni „Gans wundervoll“ begrüßte er die Eroberer mit seiner Verwaltungsspitze als Tanzensemble mit den bekannten Figuren aus Alice im Wunderland und gab mit Blick auf die rege Bautätigkeit im Stadtgebiet zu: „Manchmal da überschlagen sich die Ideen, dann beginnt das Wunderland, sich im Kreis zu drehen. Mit Alice und dem weißen Hasen ist jeder Stillstand fortgeblasen. Grinsekatze, Hutmacher und Absolem, die Raupe, drehen an der Entwicklungsschraube.“ Und so soll es auch weitergehen.  

 

Der närrische Spiegel

Wunderbar und erleichtert präsentierten sich auch einmal mehr die Eroberer. Und die drei zurückliegenden Jahre ließen Gromoka-Sitzungspräsident sogar ein paar ungewohnt ernste Worte im erstürmten Ratssaal sprechen. Der menschlichen Gesellschaft hätten die zurückliegenden Jahre nicht gutgetan, unterstrich Peters, auch wenn die Große Monheimer Karnevalsgesellschaft versucht habe, selbst in diesen Jahren den Zusammenhalt in der Stadt so gut es zu stärken. Auch der Blick auf die aktuelle Weltlage stimme nachdenklich. „Wir stürmen heute das Rathaus, um der örtlichen Politik und Staatsgewalt den närrischen Spiegel vorzuhalten und anschließend mit ihnen gemeinsam zu feiern. Das ist in Zeiten, in denen in den letzten drei Jahren Parlamente in westlichen Demokratien von Feinden genau dieser Demokratie in gänzlich anderer Absicht erstürmt wurden, eben nicht selbstverständlich“, warf Peters unter anderem den Blick in Richtung USA und ins nahe Berlin.

 

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Alles von hart bis herzlich

Peters mit Blick auf die aktuelle karnevalistische Lage: „Der Erfolg dieser Session, der sich in den Besucherzahlen aller Monheimer Veranstaltungen ausdrückt, wie wir sie auch vor der Pandemie nicht hatten, ist nach unserer festen Überzeugung gerade dem Umstand zu verdanken, dass es in Monheim am Rhein auch in den letzten drei Jahren nie ‚keinen Karneval‘ gegeben hat.“

 

Eröffnung des Straßenkarnevals

Nachdem die Tränen getrocknet waren, zogen Sieger und Besiegte gemeinsam in die Altstadt weiter, um dort friedlich miteinander die Eröffnung des Monheimer Straßenkarnevals zu feiern. Anders als in anderen Städten gab es dabei an diesem Altweiberdonnerstag nicht einen einzigen polizeilichen oder ordnungsbehördlichen Einsatz. Schöner hätte der Neubeginn also nicht sein können. Das spricht ganz sicher für einen noch immer intakten und besonderen Monheimer Zusammenhalt.

 

Es geht weiter

Nun geht es im Freien am Sonntag um 11.11 Uhr mit dem Baumberger Veedelszoch und am Sonntag um 14.11 Uhr mit dem Kinderzug weiter, bevor der Rosenmontagszug um 14.11 Uhr traditionell den Abschluss bildet. Und weil es rund um den Zugweg der Gromoka am Montag ein wenig bunte Informationen gab und er vor allem im Sessionsheft falsch abgedruckt ist, sei auch an dieser Stelle noch einmal gesagt: Der närrische Lindwurm zieht vom Frohnkamp aus kommend nicht über die Lindenstraße, sondern über die Straße Am Steg.

Quelle und Fotos: Stadt Monheim am Rhein