
Im neuen Wohnquartier Hasholzer Grund-Süd in Monheim wird ein Wärmeversorgungskonzept umgesetzt, das in dieser Form bislang nur selten zu finden ist. Statt auf klassische Fernwärme oder einzelne Heizungsanlagen setzt der kommunale Energieversorger MEGA auf ein sogenanntes kaltes Nahwärmenetz, das die Energie des Grundwassers nutzt.
Geplant sind im vierten Bauabschnitt des Quartiers rund 50 Einfamilienhäuser sowie etwa acht Mehrfamilienhäuser. Die MEGA übernimmt dabei Aufbau und Betrieb der kompletten Versorgungsinfrastruktur. Auch für einen weiteren Bauabschnitt ist bereits vorgesehen, die Wärmeversorgung über dieses System sicherzustellen.
Was ist das Besondere?
Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Wärmenetzen: Durch die Leitungen fließt kein heißes Wasser, sondern Grundwasser mit einer relativ konstanten Temperatur von etwa 10 bis 12 Grad Celsius. Diese Energie wird in den einzelnen Gebäuden über Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser angehoben.
Damit gilt das System als besonders effizient, weil die Wärmepumpen auf eine bereits vorhandene Energiequelle zurückgreifen können und nicht die gesamte Heizenergie selbst erzeugen müssen.
Heizen im Winter, Kühlen im Sommer
Ein weiterer Vorteil: Das Netz kann nicht nur zum Heizen genutzt werden. In den Sommermonaten lässt sich die vergleichsweise niedrige Temperatur des Grundwassers auch zur Kühlung der Gebäude einsetzen. Damit vereint das System zwei Funktionen in einer einzigen Infrastruktur.
Für die Versorgung entstehen drei Förderbrunnen, zwei Schluckbrunnen sowie ein umfangreiches Leitungsnetz. Die Wärmepumpen in den Mehrfamilienhäusern werden von der MEGA betrieben und gewartet. In den Einfamilienhäusern übernehmen dies die jeweiligen Eigentümer selbst.
Perspektive für weitere Gebäude
Das Konzept ist zudem nicht ausschließlich auf das neue Wohngebiet beschränkt. Nach Angaben der Stadt besteht grundsätzlich die Möglichkeit, künftig auch angrenzende Bestandsgebäude an das kalte Nahwärmenetz anzuschließen. Damit könnte das System langfristig über das eigentliche Neubaugebiet hinaus Wirkung entfalten.
Ein Schritt in Richtung klimafreundliche Wärmeversorgung
Kalte Nahwärmenetze gelten bundesweit als eine der interessantesten Technologien für die kommunale Wärmewende. Sie ermöglichen die Nutzung lokaler Energiequellen wie Grundwasser, Erdreich oder Abwärme und reduzieren den Bedarf an fossilen Brennstoffen. Mit dem Projekt im Hasholzer Grund gehört Monheim zu den Kommunen, die diese Technik bereits in größerem Umfang praktisch einsetzen.
Bericht: LT
Fotos: anzeiger24.de / KI generiert
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