Monheim bekommt möglicherweise eine zweite Pipeline – muss das sein?

Die Stadt hält sich zurück. Jetzt dürfen auch die Bürger mitreden

Durch Monheim verläuft bereits eine Pipeline, die ursprünglich vom Bayer-Konzern gebaut wurde und heute zum Chemieunternehmen Covestro gehört. Sie soll Kohlenmonoxid (CO) transportieren, einen hochgiftigen Stoff, der als Rohstoff für die Kunststoffproduktion benötigt wird. Die Leitung wurde zwischen 2007 und 2009 verlegt, ist aber infolge diverser Gerichtsverfahren bis heute noch nicht in Betrieb. Bei der jetzt geplanten Pipeline handelt es sich um ein anderes Projekt.

Die Firma Open Grid Europe (OGE) möchte eine rund 200 Kilometer lange unterirdische Leitung bauen, durch die Kohlendioxid (CO₂) transportiert werden soll. Auch mögliche Leitungskorridore im Raum Monheim sind Gegenstand der Prüfung; der endgültige Verlauf steht noch nicht fest.Das Gas entsteht unter anderem bei industriellen Produktionsprozessen. Es soll aufgefangen und in Richtung Niederlande transportiert werden, um es beispielsweise dauerhaft unter der Nordsee zu speichern.

CO ist nicht CO₂ – was ist der Unterschied?

Kohlenmonoxid ( CO ) ist bereits in geringen Konzentrationen hochgiftig. Kohlendioxid ( CO₂ ) ist dagegen ein natürlicher Bestandteil unserer Atemluft. In hohen Konzentrationen kann aber auch CO₂ lebensgefährlich werden. Bei einem größeren Austritt kann sich das schwerere Gas besonders in tiefer gelegenen Bereichen ansammeln.

Monheim wehrte sich bereits gegen die Bayer-Pipeline

 Die alte CO-Leitung war in Monheim über Jahre politisch und juristisch umstritten. Die Stadt erhob seinerzeit Einwände egen die Trassenführung und Sicherheitsstandards und beteiligte sich am Rechtsstreit. Das zeigen Mitteilungen der Stadt aus den Jahren 2007 bis 2009. Diese damalige Haltung zur CO-Leitung ist jedoch keine Stellungnahme der heutigen Stadtverwaltung zur neuen CO₂-Pipeline.

Ab 25. September haben die Bürger das Wort

 Vom 25. September bis einschließlich 26. Oktober 2026 können Bürger die Planungsunterlagen zur neuen CO₂-Pipeline einsehen und Anregungen oder Bedenken offiziell einreichen.

Die Unterlagen zeigen die untersuchten Leitungskorridore und die möglichen Auswirkungen des Vorhabens. Besonders für Anwohner und Grundstückseigentümer entlang der untersuchten Korridore lohnt sich ein genauer Blick.

Dabei können unter anderem folgende Fragen angesprochen werden:

  • Wie nah könnte die Leitung an Wohngebieten vorbeiführen?
  • Welche Sicherheitsmaßnahmen sind vorgesehen?
  • Welche Einschränkungen könnten für Grundstückseigentümer entstehen?
  • Gibt es alternative Trassenführungen, die Monheim weniger belasten würden?

Die sogenannte Raumverträglichkeitsprüfung untersucht zunächst die räumlichen Auswirkungen und mögliche Korridore. Eine endgültige Baugenehmigung ist damit noch nicht verbunden.

Wer sich zu der geplanten Pipeline äußern möchte, hat dafür bis zum 26. Oktober 2026 Gelegenheit.

Die Unterlagen und Informationen zur Beteiligung sind über das Beteiligungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen abrufbar.

Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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