
Der Rhein gehört zu Monheim, deshalb ja auch Monheim am Rhein. Doch der Fluß hat seine Tücken: Strömungen, Buhnen und wechselnden Wassertiefen können bereits in Ufernähe lebensgefährlich werden. Wie real diese Gefahr ist, zeigte sich erst am 11. Juli 2026: Ein Mann ging in Höhe der Monheimer Altstadt zum Abkühlen ins Wasser und verschwand. Trotz eines Großaufgebots von Feuerwehr, DLRG und weiteren Rettungskräften konnte er am folgenden Morgen nur noch tot geborgen werden.
Nun soll die Ertrinkungsprävention deutlich breiter aufgestellt werden. Die DLRG Monheim hat der Stadt dazu ein umfassendes Konzept vorgelegt. Die Politik soll entscheiden, ob die Verwaltung die organisatorischen und finanziellen Folgen einer weitergehenden Umsetzung genauer untersucht.
Neue Wachstation an der Promenade
Der sichtbarste Vorschlag betrifft den Rhein selbst. Die heutige DLRG-Wachstation liegt am Campingplatz Rheinblick in Baumberg und damit nach Einschätzung der Lebensretter ungünstig zu besonders stark besuchten Uferabschnitten.
Die DLRG schlägt deshalb eine Wachstation an der Rheinpromenade vor. Von dort könnten Rettungsschwimmer im Sommer Besucher ansprechen, vor gefährlichem Verhalten warnen und bei einem Notfall schneller eingreifen. Eine solche Station würde allerdings Investitions- und laufende Betriebskosten verursachen.
Freitreppe könnte mehr Menschen ans Wasser locken
Zusätzlichen Handlungsdruck sieht die DLRG durch die Freitreppe am Baumberger Rheinufer und die weitere Aufwertung der Uferbereiche. Attraktivere Aufenthaltsorte könnten mehr Besucher anziehen und deren Aufenthaltsdauer am Wasser verlängern.
Damit wächst auch die Verantwortung der Stadt: Wer das Rheinufer als Freizeitort aufwertet, muss mögliche zusätzliche Sicherheitsrisiken berücksichtigen. Vorgeschlagen werden deshalb außerdem bessere Warnschilder, mehrsprachige Informationen sowie Kampagnen in Schulen und sozialen Medien.
Viele Einsätze – aber nicht immer eine Rettung
Das öffentlich einsehbare Einsatztagebuch der DLRG zeigt, dass die Monheimer Helfer regelmäßig zu Personen im Rhein, vermissten Schwimmern und Bootsnotfällen ausrücken. Einen eindeutig dokumentierten Fall, bei dem die Monheimer DLRG einen bereits ertrinkenden Menschen im eigenen Stadtgebiet selbst lebend aus dem Rhein rettete, konnte sich darin jedoch nicht zweifelsfrei feststellen.
Stadt unterstützt die DLRG bereits
Die Monheimer Einsatzkräfte arbeiten ehrenamtlich. Unterstützt wird die DLRG aber bereits durch die Stadt. Größtes Beispiel ist das geplante Haus der Hilfsorganisationen, in dem DLRG, DRK und ASB künftig gemeinsam untergebracht werden sollen. Die Stadt investiert dafür nach bisherigem Stand rund 14,5 Millionen Euro.
2025 erhielt die DLRG außerdem von der Feuerwehr einen umgebauten Mercedes Sprinter für die Wasserrettung. Frühere Anschaffungen wurden ebenfalls durch die Stadt, Stiftungen, Spenden und Mittel des DLRG-Bundesverbandes unterstützt.
Kosten des Plans noch offen
Wie teuer die zusätzlichen Vorschläge würden, steht noch nicht fest. Genau das soll die Verwaltung untersuchen. Und danach muss die Politik entscheiden, welche Maßnahmen umgesetzt und finanziert werden.
Der zuständige Ausschuss berät am 15. September, der Haupt- und Finanzausschuss am 24. September. Die abschließende Entscheidung ist für den Rat am 30. September vorgesehen.
Der tödliche Badeunfall vom Juli gibt der Diskussion eine bedrückende Aktualität: Je attraktiver Monheim sein Rheinufer gestaltet, desto dringlicher wird die Frage, wie Besucher vor den Gefahren des Stroms geschützt werden können.
Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de/
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