
Wie lässt sich die Verkehrssituation auf der Sandstraße in Baumberg entschärfen? Diese Frage beschäftigt Politik und Anwohnerschaft schon länger. Nun verlangt die AfD-Fraktion, dass die Stadtverwaltung die Ergebnisse eines bereits bestehenden Prüfauftrags vorlegt und konkrete Handlungsmöglichkeiten nennt.
Der Antrag wird am Dienstag, 15. September, im Ausschuss für Ordnung, öffentliche Angelegenheiten und Verkehr beraten. Anders als die Vorlage zunächst vermuten lassen könnte, steht dabei aber noch keine bestimmte Baumaßnahme zur Entscheidung. Es geht zunächst lediglich um einen Bericht der Verwaltung und mögliche weitere Schritte.
Prüfauftrag liegt bereits vor
Die AfD hatte nach eigenen Angaben schon am 5. März 2026 beantragt, verkehrslenkende Maßnahmen für die Sandstraße zu untersuchen. Dieser Antrag sei mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass der Rat dafür nicht zuständig sei.
Gleichzeitig verwies die Verwaltung darauf, dass die Problematik schon während der Haushaltsberatungen 2026 behandelt worden sei. Damals habe die Politik die Verwaltung beauftragt, mögliche Maßnahmen zu prüfen und anschließend den zuständigen Ausschuss zu informieren. Und genau diese Information steht nach Darstellung der AfD noch aus. Die Fraktion möchte deshalb wissen, welche Maßnahmen untersucht wurden, zu welchen Ergebnissen die Verwaltung gekommen ist und was tatsächlich umgesetzt werden könnte.

Zusätzlicher Verkehr durch die Supermärkte
Als einen Grund für die zunehmende Belastung nennt die Fraktion das Nahversorgungszentrum an der Sandstraße 81 bis 83. Dort befinden sich heute REWE und Lidl. Der Lidl-Markt wurde nach Angaben der Stadt im Mai 2025 im Nahversorgungszentrum „Alte Groka“ eröffnet und verfügt über eine Verkaufsfläche von rund 2.000 Quadratmetern.
Durch die beiden Märkte habe der Einkaufsverkehr auf der Sandstraße spürbar zugenommen, erklärt die AfD. Belastbare aktuelle Zahlen zum tatsächlichen Verkehrsaufkommen, zu Geschwindigkeiten oder Unfällen enthält der Antrag allerdings nicht. Gerade solche Daten wären wichtig, um die Situation sachlich bewerten und mögliche Maßnahmen begründen zu können.
Neue A59-Sperrung steht bevor
Zusätzliche Dringlichkeit erhält das Thema durch die kommenden Arbeiten auf der A59. Während der bisherigen Sperrung in Richtung Leverkusen habe die Sandstraße nach Darstellung der Antragsteller zeitweise erheblichen Ausweichverkehr aufnehmen müssen.
Ab 2. Oktober 2026 soll nun die Fahrtrichtung Düsseldorf zwischen der Anschlussstelle Monheim und dem Autobahndreieck Düsseldorf-Süd für mehrere Monate voll gesperrt werden. Der Verkehr wird großräumig über die A3 und die A542 umgeleitet. Dennoch befürchtet die AfD, dass erneut Autofahrer auf innerörtliche Straßen ausweichen könnten.
Welche Maßnahmen kommen infrage?
Die AfD fordert, dass die Verwaltung unter anderem darlegt,
- welche verkehrslenkenden oder verkehrsberuhigenden Maßnahmen geprüft wurden,
- welche Lösungen rechtlich zulässig und praktisch umsetzbar sind,
- was kurzfristig verändert werden könnte,
- welche Maßnahmen weitere politische Beschlüsse benötigen und
- innerhalb welchen Zeitraums eine Umsetzung möglich wäre.
Denkbar wären grundsätzlich beispielsweise zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen, bauliche Verkehrsberuhigungen, veränderte Vorfahrtsregelungen, Querungshilfen für Fußgänger oder eine Lenkung des Ausweichverkehrs. Ob eine dieser Möglichkeiten für die Sandstraße geeignet ist, lässt sich aus den bisher vorliegenden Unterlagen jedoch nicht ableiten.
Verwaltung legt noch keine Position vor
Bemerkenswert ist, dass die städtische Vorlage bislang keine inhaltliche Stellungnahme enthält. Auch eine konkrete Empfehlung fehlt. Unter der Beschlussempfehlung steht lediglich: „Beschluss nach Beratung“.
Damit bleibt vor der Sitzung offen, ob die Verwaltung bereits Ergebnisse vorlegen wird, welche Maßnahmen sie für geeignet hält und ob dafür Geld bereitgestellt werden müsste. Der Ausschuss entscheidet am 15. September zunächst darüber, wie mit dem Antrag und dem noch ausstehenden Bericht umgegangen werden soll.
Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de/
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