
In Monheim sind offenbar erneut dubiose Vertreter unterwegs. Nach Angaben der Stadt und der kommunalen Energieversorgerin MEGA geben sich Unbekannte an Haustüren als Beschäftigte des Unternehmens aus. Zuvor waren mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen.
Die MEGA warnt ausdrücklich davor, fremden Personen persönliche Daten, Bankverbindungen, Zählernummern oder Vertragsunterlagen zugänglich zu machen. Auch auf ihrer Internetseite weist die Versorgerin aktuell unübersehbar darauf hin: Sie frage telefonisch nicht nach sensiblen Bankdaten und verlange an der Haustür weder persönliche Angaben noch einen Vertragsabschluss.
Echte Beschäftigte kommen meist mit Termin
Besuche von MEGA-Mitarbeitenden werden nach Angaben des Unternehmens in der Regel vorher angekündigt und fest vereinbart. Insbesondere die technischen Beschäftigten tragen Arbeitskleidung mit MEGA-Logo und sind nicht einfach in Zivil unterwegs.
Außerdem verfügen die Mitarbeitenden über einen Firmenausweis. Allerdings gilt: Ein vorgezeigter Ausweis allein ist noch kein sicherer Beweis, denn auch Dokumente und Firmenlogos können nachgemacht werden. Wer Zweifel hat, sollte die Person vor der Tür warten lassen und selbst bei der MEGA nachfragen.
Das Kundencenter ist unter 02173/9520-222 erreichbar. Wichtig ist, die bekannte Nummer selbst zu wählen und keine Telefonnummer zu verwenden, die der Besucher vorgibt.
Masche ist in Monheim leider nicht neu
Bereits 2018 hatte die Stadt vor angeblichen Kooperationspartnern der MEGA gewarnt. Damals behaupteten Unbekannte, sie müssten Stromzähler überprüfen. Die MEGA stellte klar, dass es einen solchen Kooperationspartner nicht gebe und sich Techniker rechtzeitig ankündigten.
Auch 2021 veröffentlichte die MEGA eine Warnung. Damals ging es um Personen, die unter dem Namen des Versorgers Verträge anderer Anbieter verkaufen oder an Bankdaten gelangen wollten. Das geschah ausdrücklich nicht im Auftrag der MEGA.
Ob die derzeit in Monheim gemeldeten Personen lediglich Strom- oder Gasverträge vermitteln wollen oder darüber hinaus einen Betrug oder Diebstahl vorbereiten, ist bislang nicht bekannt. Auch über konkrete Schäden oder Anzeigen liegen öffentlich noch keine Angaben vor.
So sollten Betroffene reagieren
Die Polizei rät grundsätzlich, Unbekannte nicht in die Wohnung zu lassen. Für Monheimerinnen und Monheimer gilt:
- Keine persönlichen Daten, Bankverbindungen oder Zählernummern nennen
- Keine Rechnungen oder Vertragsunterlagen zeigen
- Nichts an der Haustür unterschreiben
- Firmenausweis und Namen verlangen
- Den Besuch direkt bei der MEGA unter 02173/9520-222 überprüfen
- Bei Drohungen, massivem Druck oder einem versuchten Eindringen sofort die Polizei über 110 verständigen
- Aussehen der Personen, Uhrzeit und gegebenenfalls Fahrzeug und Kennzeichen notieren
Wer bereits einen Energievertrag an der Haustür abgeschlossen hat, kann diesen normalerweise innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale beginnt die Frist grundsätzlich, wenn Verbraucher ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert wurden.
Die wichtigste Regel bleibt jedoch: Im Zweifel bleibt die Tür geschlossen. Ein echter MEGA-Mitarbeiter wird Verständnis dafür haben, dass seine Identität zunächst beim Unternehmen überprüft wird.
Bericht: LT
Foto: KI generiert
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