
Die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises hat in Monheim im vergangenen Jahr insgesamt 337.850 Fahrzeuge erfasst. Dabei wurden 4.339 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Das geht aus den Antworten des Kreises Mettmann auf eine Presseanfrage von anzeiger24.de hervor.
An diesen Straßen wurde gemessen
Geschwindigkeitskontrollen fanden laut Kreis Mettmann unter anderem auf der Hauptstraße, Wiener-Neustädter-Straße, Kapellenstraße, Alfred-Nobel-Straße, Falkenstraße, Schwalbenstraße, Heerweg, Hofstraße, Knipprather Straße, Berliner Ring, Lichtenberger Straße, Benrather Straße, Griesstraße, Geschwister-Scholl-Straße, Krischerstraße und Kurt-Schumacher-Straße statt.
Warum gerade dort geblitzt wird
Nach Angaben des Kreises erfolgt die Auswahl der Messstellen nicht willkürlich, sondern nach gesetzlichen Vorgaben. Kontrolliert wird insbesondere an Gefahrenstellen, also an Straßen mit erhöhtem Unfallrisiko, in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten, an stark genutzten Fuß- und Radwegen, an Baustellen sowie auf Strecken, auf denen besonders häufig zu schnell gefahren wird.
Der Kreis widerspricht damit auch dem häufig geäußerten Vorwurf, sogenannte „Raserstrecken“ würden bewusst ausgespart. Im Gegenteil: Gerade dort, wo besonders viele Verstöße festgestellt werden, können gezielt Messungen stattfinden.
Neue Messstellen erschweren den Vergleich
Wie sich die Zahl der Verstöße seit Einführung der eigenen Messanlagen in Monheim entwickelt hat, lässt sich laut Kreis nicht belastbar beantworten. Die Messorte wechseln regelmäßig, neue Standorte kommen hinzu und werden unterschiedlich häufig kontrolliert. Dadurch seien aussagekräftige Vergleiche nicht möglich.
Eine positive Entwicklung sieht der Kreis dennoch: Die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitungen ist im Durchschnitt deutlich zurückgegangen. Die Autofahrer fahren also teilweise weiterhin zu schnell, überschreiten das Tempolimit im Schnitt aber weniger stark als früher.

Wohin fließen die Bußgelder?
Immer wieder wird in sozialen Netzwerken behauptet, Kommunen würden mit Blitzern gezielt Geld verdienen. Der Kreis Mettmann stellt dazu klar: Die Einnahmen hängen davon ab, welche Behörde die Messung durchgeführt hat.
Werden Verstöße durch die Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises festgestellt, fließen die Verwarnungs- und Bußgelder in die Kreiskasse. Polizeiliche Verwarnungsgelder gehen dagegen an die Landeskasse. Kommt es zu einer gerichtlichen Entscheidung, wird die Geldbuße durch die Justizkasse eingezogen.
Das bedeutet konkret: Kontrolliert die Polizei, werden Fahrer häufig unmittelbar angehalten. Kann die Zuwiderhandlung mit einer Verwarnung geahndet werden, erhalten sie das Angebot, diese direkt zu begleichen. Dieses Geld fließt in die Landeskasse.
Das gilt auch für Verstöße im Verwarnungsbereich bei sogenannten Kennzeichenanzeigen – beispielsweise dann, wenn die Polizei bei Radarmessungen die Fahrer nicht direkt anhält. Befindet sich der Verstoß im Bußgeldbereich, übernimmt die Bußgeldstelle des Kreises und erhält das Geld.
Nur wenn Monheim eigene Geschwindigkeitsmessungen durchführt, verbleiben die Einnahmen in der Stadt.
Kreisweit mehr als 5 Millionen Euro Einnahmen
Für das gesamte Kreisgebiet beziffert der Kreis Mettmann die Erträge aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung im Jahr 2025 auf rund 5,02 Millionen Euro. Eine Aufschlüsselung der Einnahmen speziell für Monheim ist aus technischen Gründen nicht möglich.
Überschlägig errechnet sich jedoch für Monheim ein Anteil von rund 180.000 Euro pro Jahr.
Quelle: Kreis Mettmann
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de/
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