Bayer Campus: Neue Ratsmehrheit hält ihr Wahlversprechen

Natur ist wichtiger als Geld

***Kommentar***

Mit der Ablehnung des Bayer-04-Campus hat die neue Ratsmehrheit aus CDU, SPD und Grünen genau das umgesetzt, was sie den Bürgern im letzten Wahlkampf versprochen hatte: Sie wollte das Projekt nicht und sie hat Wort gehalten.

Das verdient zunächst Anerkennung. Denn allzu oft erleben Wähler das Gegenteil: Große Ankündigungen vor der Wahl, kleine Erinnerungen danach.

 

PETO hatte in den vergangenen Monaten immer wieder davor gewarnt, Bayer mit einer Ablehnung des Campus vor den Kopf zu stoßen. Dahinter stand die Sorge, dass ein weltweit tätiger Konzern seine künftigen Investitionen oder Unternehmensbereiche an andere Standorte verlegen könnte. Ob es tatsächlich so kommen wird, weiß heute niemand.

 

Genauso richtig ist allerdings auch die Gegenposition.

 

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Demokratische Politik darf sich nicht von Unternehmen abhängig machen oder unter Druck setzen lassen. Ein Stadtrat muss Entscheidungen nach seiner Überzeugung treffen, selbst dann, wenn ein wirtschaftlich bedeutendes Unternehmen davon enttäuscht ist.

 

Die Unabhängigkeit politischer Entscheidungen ist ein hohes Gut.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion häufig zu kurz kam: Mit dem Bau des Campus wäre dauerhaft Natur verloren gegangen. Die geplanten Sportanlagen hätten Flächen in Anspruch genommen, die sich anschließend nicht mehr in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen ließen.

Wer den Campus ablehnt, tut dies deshalb nicht zwangsläufig aus wirtschaftlicher Unvernunft, sondern möglicherweise auch aus der Überzeugung, dass Natur nicht beliebig ersetzbar ist.

Gerade deshalb war die Entscheidung so schwierig.

 

Die neue Ratsmehrheit hat sich entschieden, ihr Wahlversprechen einzulösen und den Schutz der Fläche höher zu gewichten als die Chancen, die sie in dem Projekt gesehen hätte.

Dafür wurde sie gewählt.

 

LT

Foto: KI generiert

 

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