17 Mio.: warum die Jugendhilfe in Monheim so viel Geld kostet

Die Ausgaben für die Betreuung junger Menschen und Familien sind gestiegen. Die Stadt erklärt, was dahintersteckt.

Wenn Kinder, Jugendliche oder Familien Unterstützung brauchen, organisiert und bezahlt das Jugendamt die passende Hilfe. Das kann eine Betreuung zu Hause sein oder ein Platz in einer Einrichtung. Für solche Leistungen hat Monheim 2025 rund 17 Millionen Euro ausgegeben. 2022 waren es noch 14,7 Millionen Euro.

Warum steigen die Ausgaben? Nach Angaben der Stadt liegt es inzwischen weniger an der Zahl der Hilfen. Diese stieg zunächst von 461 im Jahr 2022 auf 529 im Jahr 2023, sank danach aber wieder auf 477 im Jahr 2025. Grund ist, dass ist die Betreuung teurer geworden ist: Fachkräfte kosten mehr, und Einrichtungen verlangen höhere Tagessätze. Hinzu kommt, dass manche Familien und junge Menschen umfangreichere Unterstützung benötigen.

Hilfe endet nicht automatisch mit 18

Das zeigt sich besonders bei jungen Volljährigen. Monheim gewährte ihnen 2024 im Vergleich mit anderen Kommunen auffällig häufig ambulante Hilfen. Gemeint ist eine Unterstützung im Alltag, ohne dass die jungen Menschen in einer Einrichtung wohnen. Die Stadt verweist auf psychische Belastungen und Entwicklungsrückstände. Ziel sei es, die Betroffenen auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Und auch bei den Kosten für die Unterbringung junger Volljähriger liegt Monheim im Vergleich mit anderen Kommunen weit oben. Dahinter stehen laut Stadt nicht vor allem einzelne außergewöhnlich teure Fälle, sondern die Gesamtheit der betreuten jungen Menschen. Monheim hat keine eigenen stationären Jugendhilfeeinrichtungen und muss deshalb Plätze außerhalb der Stadt nutzen.

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Ein Teil der Kosten wird aber auch erstattet

Die Ausgaben von 17 Millionen Euro sind nicht mit der endgültigen Belastung des Stadthaushalts gleichzusetzen. Andere Jugendämter und das Land erstatten nämlich einen Teil der Kosten. Nach diesen Erstattungen trug Monheim 2025 lediglich rund 13,3 Millionen Euro selbst – etwa 420.000 Euro mehr als 2022. Gegenüber 2024 ist diese Belastung sogar gesunken.

Monheim steht mit steigenden Jugendhilfekosten nicht allein da. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die kommunalen Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe bundesweit 2024 deutlich zu. Die Entwicklung belastet damit auch viele andere Städte und Kreise. Die bundesweite Zahl umfasst allerdings mehr Leistungen als die hier genannten Monheimer Ausgaben und ist deshalb kein direkter Zahlenvergleich.

Die Stadt will künftig genauer auswerten, welche Hilfen wie lange benötigt werden und was sie kosten. Laufende Hilfen werden bereits regelmäßig überprüft. Dabei gilt weiterhin: Wer nach dem Gesetz Unterstützung braucht, hat Anspruch darauf.

Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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