Steigende Schülerzahlen: neue Grundschule an der Falkenstraße geplant

Stadt hat Verkehr, Lärm, Starkregen und Artenschutz geprüft

Monheim will an der Falkenstraße eine neue dreizügige Grundschule mit Turnhalle errichten. Der Ausschuss für Klimaschutz und Stadtplanung berät vorab in öffentlicher Sitzung darüber am 10. September. Die endgültige Entscheidung über den Bebauungsplan soll dann der Rat am 30. September treffen.

Bei dem Vorhaben handelt es sich nicht um ein neues Wohnbaugebiet. Die Schule soll auf der heutigen Außensportanlage der Peter-Ustinov-Gesamtschule entstehen.

Alter Standort ist zu klein

Grund für die Planung sind nach Angaben der Stadt die steigenden Schülerzahlen. Die Grundschule am Lerchenweg soll von zwei auf drei Züge erweitert werden. Eine Machbarkeitsstudie habe jedoch ergeben, dass das bestehende Grundstück dafür nicht groß genug sei.

Der neue Standort ermögliche den Bau, während der Unterricht in der alten Schule weiterläuft. Eine teure Interimslösung werde dadurch vermieden. Nach dem Umzug soll die bisherige Schule abgerissen und dort eine neue Außensportanlage für die Gesamtschule geschaffen werden.

Die Fertigstellung der neuen Schule ist für den Sommer 2028 vorgesehen. Während der Bauzeit sollen der Jahnsportplatz und Sporthallen als Übergangslösung dienen.

Verkehr bleibt ein Problem

Beim Bürgerschaftsabend äußerten Anwohner vor allem Bedenken wegen der bereits angespannten Verkehrs- und Parksituation. Kritisiert wurden Elterntaxis, zugeparkte Einfahrten und Feuerwehrzufahrten sowie Behinderungen des Schulbusverkehrs.

Die Stadt geht dennoch nur von einem geringen Anstieg von derzeit rund 720 auf künftig etwa 750 Fahrten täglich aus. Geplant sind zusätzliche Pkw-Stellplätze sowie insgesamt 98 überdachte Fahrradplätze.

Konkrete Maßnahmen gegen die Verkehrsprobleme enthält der Bebauungsplan nicht. Die Verwaltung verweist darauf, dass Verkehrsregelungen außerhalb dieses Verfahrens geprüft werden müssten. Naturschutzverbände kritisierten zudem, dass der Fuß- und Radweg teilweise über eine Parkplatzfläche führt. Eine getrennte Wegeführung lehnt die Stadt wegen fehlender Flächen ab.

Schutz vor Lärm und Starkregen

An der Baumberger Chaussee wurden Verkehrslärmwerte von bis zu 71 Dezibel ermittelt. Eine zehn bis zwölf Meter hohe Lärmschutzwand wurde als städtebaulich problematisch verworfen. Stattdessen soll die Turnhalle als Schutzriegel dienen. Zusätzlich werden schallgedämmte Fassaden und Fenster vorgeschrieben. Das Gesundheitsamt hatte außerdem eine Prüfung von Tempo 30 auf der Baumberger Chaussee angeregt. Die Stadt verweist darauf, dass dies nicht im Bebauungsplan, sondern nur durch die Straßenverkehrsbehörde geregelt werden könne.

Auch Starkregen wurde untersucht. In Teilen des Grundstücks können sich laut den Karten des Landes 50 bis 100 Zentimeter Wasser ansammeln. Vorgesehen sind deshalb Dachbegrünungen, Rückhalte- und Versickerungsmaßnahmen sowie eine angepasste Höhenplanung. Der Kreis Mettmann hält das Entwässerungskonzept allerdings noch nicht für ausreichend belegt. Die Stadt weist diese Bedenken zurück und will technische Einzelheiten im späteren Genehmigungsverfahren klären.

Planung nach Einwänden ergänzt

Durch die Beteiligung von Bürgern, Behörden und Verbänden wurde die Planung mehrfach ergänzt. Vorgesehen sind nun unter anderem Dachbegrünung, Photovoltaik, der Erhalt zweier großer Bäume, standortgerechte Neupflanzungen sowie Maßnahmen zum Vogel- und Artenschutz.

Eine vorhandene Fernwärmeleitung muss für den Neubau verlegt werden. Nicht übernommen wurden unter anderem die Forderungen nach dem Erhalt einer Hecke und einer getrennten Führung des Fuß- und Radwegs.

Damit sind zahlreiche Bedenken in die Planung eingeflossen. Einige besonders wichtige Fragen – vor allem zur Verkehrssituation und zur konkreten Entwässerung – bleiben jedoch nachgelagerten Verfahren vorbehalten.

Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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