Neue VRR-Tarifreform: Auf Monheimer Fahrgäste warten höhere Ticketpreise

Neue VRR-Regel trifft Monheimer Pendler: Kurze Fahrten nach Düsseldorf werden deutlich teurer

 

Seit dem 1. Juni gilt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die zweite Stufe der großen Tarifreform. Ziel des Verbunds ist es, das Tarifsystem einfacher und übersichtlicher zu gestalten. Für viele Fahrgäste in Monheim am Rhein könnte die Umstellung jedoch spürbare Mehrkosten mit sich bringen – insbesondere bei kurzen Fahrten in die Nachbarstädte Düsseldorf, Langenfeld oder Hilden.

 

Bisherige Ausnahmeregel fällt weg

Kern der Reform ist die Abschaffung der sogenannten Wabenstruktur und des bisherigen Zwei-Waben-Tarifs. Dieses System hatte über viele Jahre dafür gesorgt, dass kurze Fahrten über Stadtgrenzen hinweg nicht automatisch in eine höhere Preisstufe fielen.

Wer beispielsweise von Monheim nach Düsseldorf-Benrath, Hilden oder Langenfeld unterwegs war, konnte bislang häufig noch mit einem Ticket der Preisstufe A fahren. Diese Möglichkeit entfällt nun vollständig. Künftig gilt grundsätzlich: Sobald eine Fahrt in ein benachbartes Tarifgebiet führt, wird Preisstufe B fällig.

Der VRR begründet die Änderung mit einer Vereinfachung des Tarifsystems. Zudem verweist der Verbund auf die zunehmende Nutzung des Deutschlandtickets sowie digitaler Tarifangebote.

 

Monheimer besonders bei Fahrten nach Düsseldorf betroffen

Für viele Monheimer zeigen sich die Auswirkungen vor allem bei Fahrten nach Düsseldorf-Benrath und in andere Stadtteile der Landeshauptstadt. Gerade diese Verbindungen werden täglich von vielen Menschen für Einkäufe, Arztbesuche, Freizeitaktivitäten oder den Weg zur Arbeit genutzt.

Besonders betroffen sind Gelegenheitsfahrer, die keine Zeitkarte oder kein Deutschlandticket besitzen. Selbst auf vergleichsweise kurzen Strecken wird künftig häufig statt eines Tickets für 3,80 Euro ein Ticket der Preisstufe B für 7,80 Euro benötigt.

Damit verteuern sich manche Fahrten um mehr als das Doppelte, obwohl die tatsächliche Entfernung oft nur wenige Kilometer beträgt.

 

Preissteigerungen von mehr als 100 Prozent möglich

Die Reform sorgt auch bei Fahrgastverbänden für Diskussionen. Kritiker bemängeln, dass insbesondere kurze Fahrten über Stadtgrenzen hinweg künftig deutlich teurer werden können.

Gerade in einer Stadt wie Monheim, deren Einwohner eng mit den Nachbarstädten Düsseldorf, Langenfeld und Hilden verbunden sind, könnten die neuen Tarifregeln spürbare Auswirkungen haben. Für die Höhe des Fahrpreises spielt die tatsächliche Entfernung künftig oft eine geringere Rolle als die Frage, ob eine Stadtgrenze überschritten wird.

In einzelnen Fällen können sich die Kosten für eine Fahrt dadurch mehr als verdoppeln.

 

VRR empfiehlt digitale Alternative

Als Alternative verweist der VRR auf den digitalen Tarif „eezy.nrw“. Dabei richtet sich der Preis nicht nach Tarifzonen, sondern nach der tatsächlich zurückgelegten Strecke.

Fahrgäste checken per Smartphone-App beim Einstieg ein und beim Ausstieg wieder aus. Die Abrechnung erfolgt automatisch. Nach Angaben verschiedener Verkehrsunternehmen liegen die Kosten bei vielen kurzen Fahrten häufig unter dem Preis eines klassischen Einzeltickets der Preisstufe B.

Für Monheimer, die nur gelegentlich mit Bus und Bahn nach Düsseldorf, Hilden oder Langenfeld fahren, könnte die Nutzung von eezy.nrw daher künftig die günstigere Lösung sein.

 

Quelle: VRR

Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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