Streit um Lieferzeiten und Poller in der Monheimer Altstadt

Rat entscheidet über längere Zufahrtszeiten – Anwohner und Verwaltung äußern Kritik

Der Rat berät auf seiner kommenden Sitzung am 10. Februar über eine Neuregelung der Liefer- und Ladezeiten in der Fußgängerzone Altstadt sowie über die Zukunft der Einfahrtspoller an der Turmstraße. Die Vorlage geht auf einen Änderungsantrag der CDU-Fraktion zurück, dem der zuständige Ausschuss mehrheitlich zugestimmt hat. Geplant ist, die Zufahrtszeiten für den Liefer- und Ladeverkehr auszuweiten.

Künftig soll die Einfahrt erlaubt sein:

  • montags ganztägig
  • dienstags bis freitags von 8 bis 15 Uhr
  • samstags von 8 bis 12 Uhr

Bislang dürfen Fahrzeuge dienstags bis freitags nur bis 11 Uhr in die Fußgängerzone einfahren. Für die Umsetzung ist eine Änderung der straßenrechtlichen Grundlage erforderlich, über die der Rat entscheidet.

 

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CDU fordert Stilllegung der Einfahrtspoller

Zusätzlich soll der Einfahrtspoller an der Grabenstraße/Turmstraße für ein Jahr außer Betrieb genommen werden. Nach Ablauf dieser Testphase soll ein Bericht vorgelegt und neu über den Einsatz entschieden werden. Die Ausfahrtspoller sollen in Betrieb bleiben.

 

Die CDU begründet ihren Vorstoß mit einer „besseren Erreichbarkeit für Gewerbetreibende, Problemen bei Paketzustellungen und den Kosten durch Unfälle mit den Pollern“.

 

Verwaltung warnt vor Folgen für Sicherheit und Aufenthaltsqualität

Die Stadtverwaltung hat die Beschlussempfehlung entsprechend dem Ausschussvotum angepasst, weist jedoch auf erhebliche fachliche Bedenken hin. Eine weitgehende Öffnung für den Autoverkehr könne den Charakter der Fußgängerzone untergraben. Ohne funktionierende Poller bestehe die Gefahr vermehrter unberechtigter Einfahrten und ordnungswidrigen Parkens.

Zudem sei die Stadt rechtlich nur eingeschränkt befugt, den fließenden Verkehr selbst zu überwachen. Technische Sicherungen seien daher ein zentrales Instrument zur Durchsetzung der Regeln. Statt einer Abschaltung empfiehlt die Verwaltung Verbesserungen an der Polleranlage.

 

Kritik aus der Bürgerschaft

Auch aus der Altstadt selbst gibt es Widerstand. In einem Schreiben an Bürgermeisterin und Fraktionen kritisieren Anwohner der Turmstraße, Freiheit und Franz-Boehm-Straße die bisherigen Planungen. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage würden ihre Lebensrealität nicht ausreichend widerspiegeln. Zudem fehle aus ihrer Sicht eine umfassende persönliche Beteiligung.

Die Unterzeichner sprechen sich gegen eine vorschnelle Entscheidung aus und fordern, das Thema zunächst weiter zu beraten. Sie befürchten, dass ihre Interessen erneut nicht ausreichend berücksichtigt werden.

 

Entscheidung mit Signalwirkung

Mit der anstehenden Abstimmung entscheidet der Rat nicht nur über konkrete Zeitfenster und Poller, sondern über die grundsätzliche Ausrichtung der Altstadt: Soll die Fußgängerzone stärker für den motorisierten Verkehr geöffnet werden, oder bleibt die Aufenthaltsqualität für Fußgänger vorrangig?

 

Bericht: LT

Quelle: Stadt Monheim

Foto: anzeiger24.de

 

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