
Der Rat der Stadt steht am 10. Februar 2026 vor einer unangenehmen Entscheidung: Obwohl das Projekt „Marina Greisbachsee“ im November 2025 gestoppt wurde, müssen nun noch einmal weitere 390.000 Euro bewilligt werden, um die letzten offenen Rechnungen zu begleichen. Beschlossen war die Hafenanlage vor fünf Jahren unter der Ägide von Ex-Bürgermeister Daniel Zimmermann und seiner PETO-Ratsmehrheit. Gestoppt wurde der Bau, der von der Mehrheit der Monheimer abgelehnt wurde, in der letzten Ratssitzung unter der Leitung der neuen Bürgermeisterin Sonja Wienecke. Darüber hatten wir berichtet.
Baukosten explodierten um fast 48 Prozent
Was als ambitioniertes Millionenprojekt begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer wahren Kostenlawine. Laut Machbarkeitsstudie waren in 2021 ursprünglich rund 71,44 Millionen Euro für den kleinen Hafen veranschlagt. Die letzte Kostenschätzung vom Oktober 2025 belief sich doch dann bereits auf 105,59 Millionen Euro, ein Plus von über 34 Mio. Euro und das wäre ganz sicher nicht das Ende gewesen.
Verantwortlich für den Anstieg sind unter anderem zusätzliche Bauwerke wie Tiefgarage und weitere Gebäude, technische Änderungen beim Torbauwerk sowie eine deutlich ausgeweitete Ufer- und Infrastrukturplanung.
Fast 1,9 Millionen Euro für Planung – ohne Bau
Für 2025 waren bereits 1,5 Millionen Euro für Planung und Gutachten einkalkuliert. Doch das reichte nicht.
Die jetzt beantragten 390.000 Euro Mehrbedarf setzen sich aus 275.710 Euro für Öffentlichkeitsarbeit, darunter Website, Ideenwettbewerb und ein „Meerfest“ – sowie 114.290 Euro durch gestiegene anrechenbare Kosten für das Planerhonorar zusammen.
Insgesamt summieren sich die Aufwendungen damit auf rund 1,89 Millionen Euro – obwohl kein Spatenstich erfolgen wird.
Einziger Lichtblick: Rund 73.000 Euro Planungskosten für den Hochwasserschutz könnten in ein separates, förderfähiges Projekt überführt werden.
Bericht: LT
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